WILKENWERK startet Flüchtlings-Patenprojekt

Agentur | 16. Dezember 2015 | Der WILKENWERKer

Mit Blick auf das neue Jahr freuen wir uns auf ein ganz besonderes Projekt. Ein leises Projekt ganz ohne Eventcharakter. Ab 2016 begrüßen wir Mahamed als neues Mitglied in unseren Reihen. Streng genommen müssen wir ihn wahrscheinlich unser Patenkind nennen. Mahamed ist Flüchtling und 17 Jahre jung – offiziell noch nicht einmal erwachsen und trotzdem meilenweit entfernt von Familie und Freunden in seiner Heimat Somalia.

Trotz oder vielleicht gerade in seiner Situation stellt sich Mahamed die typischen Fragen eines 17-Jährigen: Wie gestalte ich meine Zukunft? Womit will ich meinen Lebensunterhalt verdienen? Selbständigkeit musste er längst lernen, aber der Weg in ein selbstbestimmtes Leben ist noch weit.

Über einen Kontakt zu einer Mitarbeiterin in einer Erstaufnahmestelle für männliche Jugendliche in Hamburg haben wir erfahren, dass es den Jugendlichen vor allem an einem „normalen“ Alltag mangelt. Allein schon einen Fußballverein zu finden, der sich bereit erklärt, die Jungs spielen zu lassen, hat sich als Suche nach der Nadel im Heuhaufen entpuppt. Manche der Jungs haben das Glück, in eine Berufsschule gehen zu können – wie Mahamed zum Beispiel. Doch dann mangelt es an Unternehmen, die den Jungen eine Chance bieten, erste Berufserfahrungen zu machen. Praktikumsplätze sind rar und doch so hilfreich für einen Berufseinstieg.

Diese Tatsache war die Initialzündung für unser Patenprojekt. Die Integration eines Jugendlichen in unseren Agenturalltag gefiel Daniela Wilken auf Anhieb. Die größte Herausforderung stellt die Sprachbarriere dar – weshalb sich die Idee entwickelte, so ein Projekt lieber längerfristig anzulegen. Ein dreiwöchiges Praktikum würde in unserem Fall wahrscheinlich wenig befriedigend sein. Unser Eventalltag mit einem starken Schwerpunkt auf dem deutschen Markt ist sehr an die deutsche Sprache gebunden: Kundenkommunikation, Recherchen, Dienstleisterabsprachen, Locationsuche, Konzepte schreiben usw. – bei allem braucht es einen sicheren Umgang mit der Sprache. Deshalb möchten wir einen Jugendlichen lieber längerfristig begleiten. Konkret heißt das: Mahamed kommt uns in Zukunft einmal die Woche besuchen. Immer mal von einem anderen Kollegen unter die Fittiche genommen, möchten wir ihn beim Deutschlernen unterstützen und ihm erste Einblicke in die Arbeit in der Live-Kommunikation geben. Vielleicht gefällt es ihm ja – oder er entdeckt ein anderes Gewerk für sich, etwa Technik oder Deko-Bau. Wir freuen uns natürlich über jedes Angebot unserer Partnergewerke, Mahamed auch mal bei ihnen vorbeischauen zu lassen. Meldet euch gerne jederzeit bei Kim Detlefsen per Mail an detlefsen@wilkenwerk.de oder telefonisch unter  +49 40 890 484-14.

Für uns ist es auf jeden Fall ein Anfang, selbst aktiv zu werden und über Sachspenden hinaus einen sinnvollen Beitrag zu leisten. Ob sich das Modell bewährt, können wir zu diesem Zeitpunkt nicht sagen. Wir freuen uns aber sehr über diese Möglichkeit und berichten gerne von Zeit zu Zeit über unsere Erfahrungen. Daniela Wilken hofft, dass sich diesem Modell vielleicht auch noch weitere Agenturen oder Unternehmen in Hamburg anschließen: „Es wäre doch schön, wir könnten alle einen aktiven Part in der Integration übernehmen, denn so schwer ist es eigentlich nicht – man muss nur wollen.“

In diesem Sinne: Eine wunderbare Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr!