VR – das perfekte Planungstool für die Live-Kommunikation?

Inszenierung, Markeninszenierung, Veranstaltungskonzeption | 05. Oktober 2017 | wilkenwerk

Wie man dank Virtual Reality mehr Sicherheit in Kreation und Planung gewinnt.

Auch die Veranstaltungsbranche kann dem digitalen Wandel nicht entgehen – die Digitalisierung der Live-Kommunikation schreitet voran. Das gilt nicht nur für die Umsetzung, sondern inzwischen schon für die Konzept- und Planungsphase: Denn heute ist es möglich, ganze Events in Virtual Reality zu simulieren. Vorerst bezieht sich das nur auf Technik, Medien, Architektur, Sound und Licht. Aber immerhin! Eine spannende Technik für Präsentationen und die gemeinsame Planung mit unseren Kunden, finden wir.

Die szenografische Simulation in Virtual Reality kann bereits in der Konzeptionsphase sehr hilfreich sein. Kaum zu glauben, dass man noch vor Jahren hauptsächlich zeichnete, scribbelte oder gar baute. Heute gehören am Computer visualisierte Eventdesigns fast schon zum Alltag.
Per Visualisierungssoftware werden Renderings mit fotorealistischen Ansichten erstellt, die sich inzwischen auch animieren lassen. So sind virtuelle Kameraflüge durch ein Set bzw. eine Location oder die Simulation von Licht- und Medieneinsatz auf dem Bildschirm möglich.

Virtual Reality geht einen Schritt weiter, „hinter den Bildschirm“, in die dritte Dimension. Geht es darum, Räume besonders zu inszenieren und eine außergewöhnliche Szenografie entstehen zu lassen, setzen wir VR in Präsentations- und Planungsphasen bereits erfolgreich ein. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Publikum bzw. der Kunde kann sich den geplanten Raum und die Wirkung von bestimmten Abläufen auf die späteren Zuschauer deutlich besser vorstellen oder unterschiedliche Sichtachsen testen.

Der Reiz der Live-Kommunikation nach wie vor jenes LIVE: der Moment auf den es ankommt, in dem alles gelingen muss, auf das man hingearbeitet hat. Gerade das finden wir spannend – sowohl das Publikum als auch wir hinter den Kulissen. Die Herausforderung: mit unserer Erfahrung und Kreativität dafür zu sorgen, dass aus einer Idee eine Gewissheit wird. Das kann man nicht simulieren. Doch der Einsatz von Virtual Reality kann helfen, den Spagat zwischen Simulation und Spontaneität zu schaffen.

Wie machen das eigentlich die anderen? Schauen wir aufs Theater: Dort gibt es für den Erfolg eines Projekts eine höhere Sicherheit. Die Rollen der Protagonisten sind klar, die Schauspieler erfahren und Texte stehen teilweise seit Jahrhunderten fest. Bühnenmodelle veranschaulichen im Vorfeld die Szenerie, man bespielt immer wieder die gleiche Location bzw. Bühne. Nicht zu vergessen, dass wochen- oder monatelang im Vorfeld geprobt wird, bis jede Einzelheit sitzt! Marketing-Events ticken anders. Hier wird mit deutlich weniger Zeit und viel mehr Dynamik gearbeitet.

Daher ist vorab eine möglichst realistische Simulation eins Events nützlich. Das war vor dem Siegeszug der Digitalisierung nur mit hohem Aufwand möglich, etwa im 4:1-Studio. Dort konnte ein Event technisch und räumlich im Maßstab 4:1 nachgebaut werden – eine Art Miniaturwunderland der Live-Kommunikation.

Unerlässlich waren lange Zeit Scribbles. Auch hier haben sich die digitalen Möglichkeiten durch Kombination von Zeichnung und Grafiksoftware stark erweitert. Doch Renderings und Animationen sind heute Standard, weil sie uns deutlich mehr an Eindruck vermitteln als jedes Scribble. Was einerseits schade ist, da durch den hohen Anschaulichkeitsgrad weniger Platz für Vorstellungskraft und Entwicklungsmöglichkeit bleibt. Einmal gesehen, haben die Kunden ein Bild im Kopf, das es möglichst genau zu realisieren gilt, um die Erwartung nicht zu enttäuschen. Der kreative Prozess wird so natürlich verkürzt. Darüber kann man klagen, doch da der Erfolgsdruck für alle Seiten größer wird, gibt zunehmend das Sicherheitsbedürfnis den Ausschlag. Und je mehr Sicherheit wir gewinnen, desto reibungsloser der Weg zum eigentlichen Event. Aber man kann die Entwicklung auch positiv sehen: Nutzen wir die digitalen Möglichkeiten von Virtual Reality doch kreativ für uns!

wilkenwerk-blog-vr-live-kommunikation

Auch für unsere Kunden bleibt immer weniger Zeit, sich mit ihrem Projekt und unserer Arbeit auseinanderzusetzen. Da helfen die Leitplanken einer Eventsimulation: Virtual Reality als Verifikation der Idee. Wenn das Projekt ohnehin schon mit einer Software wie Rhino oder 3ds Max angelegt wurde, warum dann nicht den Schritt vom flachen Bildschirm in den virtuellen Raum gehen? Gerade um immersive Inszenierungen zu testen, bietet sich der Einsatz von VR-Brillen an. Die Raumvisualisierungen lassen sich heute ohne großen Aufwand für VR optimieren. Schon mit Google Cardboard und einem Smartphone können Kunden bei Präsentations- oder Abstimmungsterminen so die Raumerlebnisse erstaunlich wirklichkeitsgetreu nachempfinden. Man hat das Gefühl, mitten im Raum zu stehen und ihn so zu erleben wie die Teilnehmer der geplanten Veranstaltung. Das wirkt mittlerweile dermaßen echt, dass man dazu neigt, im virtuellen Raum umherzuschreiten zu wollen und dabei die reale Welt um sich herum zu vergessen. Gar nicht so ungefährlich. Also am besten stehen bleiben oder sogar hinsetzen!

Einen Schritt weiter geht das Simulieren eines Events mit Hilfe von Game Engines. Eine Game Engine ist ein hochentwickeltes Grafikprogramm, mit dem normalerweise Computerspiele gestaltet werden. Der Vorteil dieser Technologie: Man kann sich in Echtzeit durch den virtuell geschaffenen und animierten Raum bewegen, das geplante Event sozusagen als Mini-Computerspiel erleben. So lassen sich Sichtachsen prüfen, Projektionsverzerrungen bewerten oder Gänge durch eine Szenografie testen. Wie wirkt eine Ausstellung mit Exponaten? Wie empfinde ich kinetische Elemente, die sich bewegen? Natürlich lassen sich auch ganz praktisch Einsatz und Wirkung von Scheinwerfern und Medienbespielung einbeziehen. Das Ganze funktioniert nicht nur auf einem Screen, sondern auch mit einer VR-Brille – um das virtuelle Gesamterlebnis perfekt zu machen.

Ob smarte VR-Lösung oder holistische Programmierung mittels Game Engine – die Möglichkeit, das Event „vorzuerleben“, gibt unseren Kunden einfach eine andere Sicherheit. Wichtig nur: Bei allem Sicherheitsdenken sollte man noch ein gewisses Maß an Entwicklungsmöglichkeit und Flexibilität zulassen. Denn der Reiz der Live-Kommunikation ist nun mal das LIVE – der spontane Moment!