Break free!

Inszenierung, Kommunikation im Raum, Markeninszenierung | 02. März 2018 | Der WILKENWERKer

Raum-in-Raum-Konzepte für mehr Dynamik zum Jahresauftakt.

Wir sind ehrlich: Jährliche Auftakttagungen sind eine Herausforderung für Kunden, Teilnehmer und Agentur. Rück- und Ausblicke, Zahlen und Daten, Strategie und Motivation – dank wiederkehrender Anforderungen und Eventbausteine kann aus dem Highlight zum Jahresbeginn eine einschläfernde Pflichtübung werden: „Same procedure as last year?“ – „Same procedure as every year…“ Doch das muss nicht sein. In diesem Veranstaltungsformat steckt viel Potenzial– wenn man es clever nutzt!
Und wie? Wir meinen: Hinter jeder Challenge bietet sich eine Chance. Die Chance, aus eingefahrenen Bahnen auszubrechen und einfach anders zu denken. So können sich neue, kreative, innovative, spannende Lösungen entwickeln. Manchmal muss man nur ein bisschen Tetris spielen…

Jahresauftaktveranstaltungen von Unternehmen folgen häufig klassischen Set-up-Schemata – Kommunikation im Raum findet in der Regel als Kommunikation von der Bühne aus statt: Frontaler Tagungspart, ergänzt um individuelle Inhalte und etwas Raum für Bewegung durch dezentrale Workshops in Seminarräumen oder – mal wieder – einen „Marktplatz mit Infoständen“. So weit, so gelernt. Doch für einen Stammkunden stellten wir uns der Herausforderung, es mal einfach anders zu machen und die Auftakttagung 2018 völlig neu aufzuziehen. Und entwarfen ein All-in-one-Raumkonzept, das sämtlichen Anforderungen gerecht wurde!

Das Set-up in Zahlen: eine Arena, vier Side Stages, eine Hauptbühne, zwei Bespielungsrichtungen. Die Wilhelmsburger Inselpark Arena bot uns – im wahrsten Sinne des Wortes – die perfekte Spielfläche, verbunden mit der nötigen Portion Dynamik.
Der Ablauf: Nach einem Get-together im Infield ging es auf die Ränge. Durch das Seating im Halbkreis an der kurzen Seite des Ovals entstand größtmögliche Nähe zur Hauptbühne an der Kopfseite – noch verstärkt durch die dreiflügelige Bühnenform. Wenn Sie jetzt an dieses bekannte Tetris-Element denken, liegen Sie richtig. Nach einer Kaffeepause im Infield durchliefen die Teilnehmer in Gruppen einen Parcours im Raum. Nein, hierbei ging es nicht um sportliche Aufgaben – sondern um die konzentrierte, aber dynamische Inhaltsvermittlung. Auf, vor und rund um jede der vier gegenüberliegenden Seitenbühnen im Infield fand ein unterschiedliches Programm statt – vom interaktiven Workshop über die Talkrunde bis zum Impulsvortrag. Was vorher unübersichtlich an unzähligen Einzelständen präsentiert wurde, fassten wir themenspezifisch zusammen. Nach 20-Minuten-Intervallen wurde gewechselt, sodass jeder Teilnehmer einmal an jeder Bühne gewesen war.

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Alle in einem Raum, fragen Sie jetzt? In der Tat. Solch ein Konzept geht natürlich nur auf, wenn man die Akustik von Anfang an mitbedenkt! Eine Beschallung per Kopfhörer auf mehreren Kanälen sorgte dafür, dass die Teilnehmer vor jeder Bühne nur das auf dem dazugehörigen Kanal Gesendete empfangen und den Rest ausblenden konnten. Das Schöne: Die Gäste nahmen sich als Einheit wahr, konnten einander beobachten und zunicken – aber kaum hören. Durch die häufigen Wechsel und unterschiedlichen Positionen zur Bühne – mal stehend, mal gesetzt – kamen weder Langeweile noch Müdigkeit auf. Während der Wechselzeiten war sogar Zeit für einen Schluck Kaffee. Ergebnis: zufriedene Teilnehmer, hocherfreute Workshop-Leiter und ein überzeugter Kunde.

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Und das Beste: Durch ein ausgeklügeltes Bespielungssystem konnten alle Leinwände von zwei Seiten genutzt werden. Beim Sum-up und der anschließenden Abendveranstaltung im Infield wurden Inhalte und Inszenierungscontents einfach gespiegelt und seitenkorrekt aufprojiziert. So waren alle Elemente flexibel und von mehreren Seiten erlebbar. Wie beim Tetris eben. Das Spannende war der jederzeit offene, vielfältig bespielte und dabei klar strukturierte Gesamtraum. Und er funktionierte: Lange Blickachsen erzeugten ein Gefühl von Größe, in dem man sich aber trotzdem nicht verlor. Das Auge blieb gern an den vielen Einzelelementen hängen – ohne abzuschweifen. Das Multifunktions-Set-up begrenzte die Fläche optisch und sorgte für ein umschlossenes Gefühl in der Arena-Innenfläche.

Buhnen

Klingt nach gelungener Kommunikation im Raum, die auch tatsächlich den gesamten Raum ausnutzt, finden Sie? Finden wir auch. Und wir würden es jederzeit wieder so machen. Für uns hat sich erwiesen, dass ausgeklügelte Raum-in-Raum-Konzepte die richtige Lösung für so manche Jahresauftakt-Sackgasse sein können. Denn nur wer Bewegung und Vielfalt erfährt, kann auch dynamisch und motiviert ins neue Jahr starten. Natürlich lassen sich solche All-in-one-Lösungen auch auf andere Veranstaltungsformate anwenden – immer eine spannende Herausforderung, wenn es darum geht, einen einzigen Raum möglichst unterschiedlich zu nutzen!

Schwierige Briefings können also ganz schön spannend sein. Es braucht bloß ein bisschen Spielfreude.