Messe? Convention? Festival? – Take it to the next level!

Inszenierung, Kommunikation im Raum, Markeninszenierung, Veranstaltungskonzeption | 09. Oktober 2017 | wilkenwerk

Neue Formate bringen frischen Wind in die Ausstellungsbranche.

Das klassische Messeformat gerät immer mehr ins Straucheln. Ob Dmexco oder IAA – branchenübergreifend werden aktuell Sinn und Ausführung der seit Jahren bestehenden Messen hinterfragt. Neue, innovative Veranstaltungsformate, wie wir sie beim legendären Burning Man Festival, auf der neuerfundenen Bread & Butter, der in diesem Jahr erstmals stattfindenden me Convention oder dem namhaften South by Southwest Festival finden, laufen den klassischen Messen den Rang ab. Es gleicht ein wenig dem Wettrennen zwischen Hase und Igel – größer, effektvoller, teurer steht smarter, hipper und vor allem individueller gegenüber. Die klassische Messe neu erfinden: eine spannende Herausforderung, der auch wir uns, im Zuge der IFA, in diesem Jahr annehmen durften.

Die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin ist eine der ältesten Industriemessen Deutschlands, gegründet als Große Deutsche Funkausstellung und erstmals am 4. Dezember 1924 abgehalten. Bis heute ist die IFA die global führende Messe für Consumer Electronics und Home Appliances. Doch auch – oder gerade – die altehrwürdige IFA kann es sich nicht leisten, in Zeiten des stetigen Wandels stehenzubleiben. Und so wurde 2017 ein neues Hallenkonzept aus der Taufe gehoben: Kongress-, Diskussions- und Vortragsformate zu Zukunftsthemen – wie der IFA Summit und die IFA Keynotes – sollten erstmals unter einem Dach zusammengefasst und direkt in eine Ausstellerhalle eingebunden werden. Die Vision: ein Hybrid aus Messehalle und Convention.

Für uns lautete das Stichwort: Innovation. Die Aufgabe: eine Kommunikationsplattform zu schaffen, die es ermöglicht, die innovativsten Start-ups, Forschungsinstitute und Unternehmen zu bündeln – und darüber hinaus einen Rahmen für die Diskussionsformate bietet. Die Herausforderung: über 4.200 m² leere Messehalle füllen und dabei die Anforderungen von Parteien erfüllen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die großen Unternehmen wollen so viel Gestaltungsfreiraum wie nur irgend möglich, die Start-ups hingegen mit minimalem Kosteneinsatz am liebsten ein fertiges Messesystem beziehen. Nötig war daher ein übergreifendes Dachkonzept, das in sich flexibel genug war, eine Antwort auf die verschiedenen Bedürfnisse zu finden.

Die Geschichte der Internationalen Funkausstellung ist auch ein Abbild der maßgeblichen Entwicklungen in der Unterhaltungselektronik. Highlights wie der Besuch von Albert Einstein oder auch der Start des Farbfernsehens mit einem Knopfdruck durch Willy Brandt 1967 prägen die Geschichte der IFA. Und sie machen deutlich: Innovation war immer schon hier verortet! Diesen Gedanken machten wir kurzerhand zum Trumpf unseres Konzepts und entwickelten den Ansatz „Innovation ist die DNA der IFA“.

Eine abstrahierte Helix als Sinnbild für den „Innovations-Erbträger“ war der Grundstein für unser Raumkonzept. In der Mitte der Messehalle gestalteten wir den sogenannten Communication Core für Impulsstatements und Panel-Diskussionen. Eine kreisförmig um das Zentrum angeordnete Lounge sollte die Besucher zum Zuhören, Austauschen und Relaxen einladen. Um den Communication Core herum bauten sich konzentrische Kreise mit Rundläufen auf. Der erste Kreis war den Start-ups gewidmet. Flexibel designte Standmodule aus individuell zusammensetzbaren Bausteinen zahlten auf ihre Bedürfnisse ein. Im äußeren Ring konnten sich die großen Unternehmen mit ihren eigenen Ansprüchen an Design und Platz frei entfalten. Die IFA NEXT war geboren!

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Wie haben wir das next level erreicht? Das große Thema Innovation steht über den einzelnen Marken – somit wird ein Gesamterlebnis kreiert. Das Herzstück unseres Konzepts, der Communication Core, beantwortet das Bedürfnis nach mehr Dialog, aktiver Teilnahme, spannenden Themen-Setting, aber auch nach einer Erhöhung der Aufenthaltsqualität. Große Unternehmen, Forschungsinstitute und Start-ups stehen zusammen in einer Halle und bilden eine Interessensgemeinschaft – so können an den Messetagen Netzwerke effektiv erweitert werden. Ergebnis: ein Gesamtkonzept, das sehr gut angenommen wurde und vor allem die junge Zielgruppe stark ansprach.

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Eine spannende und zukunftsträchtige Entwicklung, finden wir! Dennoch sind wir uns sicher, dass wir noch weiter springen können. Es gibt noch etliche Levels, bis der Endboss kommt!

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